Holzen (ber). „Wir dürfen diese Taten nicht vergessen“, erklärte Delligsens Bürgermeister, Stephan Willudda, bei seiner Rede auf dem Ehrenfriedhof in Holzen. Am vergangenen Sonntag fanden sich zahlreiche Menschen auf dem Friedhof ein, um den Menschen zu gedenken, die unter dem NS-Regime Zwangsarbeit im Hils leisten mussten und unter schrecklichen Bedingungen ihr Leben verloren. Zu den Besuchern zählten viele Kreistagsabgeordnete, Polizeivertreter und Hauptverwaltungsbeamte.
Auf dem Friedhof sind insgesamt 82 Tote in 53 Einzel- und zwei Massengräbern verschiedener Nationen begraben. Willudda erklärt: „Das sind bei weitem nicht alle. Insgesamt sind es mehrere Hundert Menschen, die hier ihr Leben lassen mussten.“
Nach Willuddas Rede ergriff Landrat Michael Schünemann das Wort. Er lud alle Anwesenden ein, ins Dorfgemeinschaftshaus einzukehren, um bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen am Vortrag des Professors Manfred Grieger, zum Thema „Der Hils als Ort der Judenverfolgung 1944/45“ teilzunehmen.
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Er wurde am 3. Januar jenes Jahres durch Proklamation des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt. An diesem Tag im Jahr 1945 wurden die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau sowie der beiden weiteren dortigen Vernichtungslager von der nach Westen vordringenden Roten Armee befreit.
Im Landkreis Holzminden findet die Gedenkveranstaltung seit einigen Jahrzehnten am darauffolgenden Sonntag auf dem Ehrenfriedhof in Holzen statt.
Fotos: ber