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Donnerstag, 02. Juli 2026 Mediadaten Fankurve
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Hehlen (red). Am Dienstagabend, 23. Juni, wurde an der bedeutenden Fledermauskolonie im „Schloss Hehlen“ eine Ausflugszählung durchgeführt. Ehrenamtliche des NABU Holzminden und Mitarbeitende der „Ökologischen NABU-Station Oberes Wesertal“ (ÖNSOW) beobachteten den abendlichen Ausflug der dort lebenden Großen Mausohren.

Das Große Mausohr ist die größte heimische Fledermausart und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 45 Zentimetern. Im Sommer schließen sich die Weibchen zu sogenannten Wochenstuben zusammen, in denen sie ihre Jungen zur Welt bringen und gemeinsam aufziehen. Wochenstuben befinden sich häufig auf warmen Dachböden von Kirchen, Schlössern oder anderen historischen Gebäuden. Da Große Mausohren nur ein Jungtier pro Jahr zur Welt bringen und dafür auf geeignete Quartiere angewiesen sind, ist der Schutz dieser Wochenstuben besonders wichtig.

Bedeutender Lebensraum für Fledermäuse

Das „Schloss Hehlen“ bietet den Großen Mausohren ideale Bedingungen. Der weitläufige Dachboden ist im Sommer angenehm warm, trocken und weitgehend störungsfrei. Dadurch bietet er genau die Voraussetzungen, die die Fledermäuse für die Aufzucht ihrer Jungen benötigen. In der Umgebung finden die Tiere in Wäldern, Wiesen und an Gewässern gute Jagdgebiete, in denen sie Käfer und andere Insekten erbeuten. Die Kombination aus einem geeigneten Quartier und einem vielfältigen Nahrungsangebot macht das Schloss seit vielen Jahren zu einem bedeutenden Lebensraum für diese streng geschützte Fledermausart.

In der Abenddämmerung verlassen die Tiere ihr Quartier, um auf die Jagd zu gehen. Dieser abendliche Ausflug bietet eine gute Möglichkeit, die Größe der Kolonie zu erfassen. Die Mitarbeitenden der ÖNSOW und die NABU-Ehrenamtlichen verteilten sich an den Ausflugsöffnungen des Schlosses, um kein Tier zu verpassen.

„Im Innenhof drehten die Fledermäuse immer wieder ihre Runden, teilweise nur wenige Meter über unseren Köpfen“, berichtet Nadine Küster, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ÖNSOW.

Rund 1.600 Tiere gezählt

Der Ausflug begann gegen 22.30 Uhr und dauerte etwa eine Stunde. Aus den Zählergebnissen wurde ein Mittelwert von 1.555 ausfliegenden Großen Mausohren errechnet. Dies entspricht mit kleineren Schwankungen der Bestandsgröße der vergangenen zehn Jahre. Die Kolonie im „Schloss Hehlen“ gehört damit weiterhin zu den bedeutendsten Fledermausvorkommen in Niedersachsen.

Im Anschluss an die Zählung wurde der Dachboden des Schlosses begangen, um den Nachwuchs der Kolonie zu kontrollieren. Dabei konnten rund 250 bis 300 Jungtiere festgestellt werden. Die Tiere machten einen gesunden Eindruck, Totfunde wurden nicht festgestellt.

Die erfolgreiche Ausflugszählung zeigt nach Angaben des NABU einmal mehr, wie wichtig das Engagement von Ehrenamtlichen und Naturschutzfachleuten für den Schutz der heimischen Fledermäuse ist. Gleichzeitig bot der Abend allen Beteiligten die seltene Gelegenheit, das faszinierende Verhalten der Großen Mausohren aus nächster Nähe zu erleben. Ein besonderer Dank gilt dem Schlossbesitzer Herrn Koch und seinem Hausmeister Herrn Neumann für ihre Unterstützung und die Möglichkeit, die Ausflugszählung auf dem Schlossgelände durchzuführen.

ÖNSOW betreut Schutzgebiete vor Ort

Die „Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal“ (ÖNSOW) unter Trägerschaft des NABU Niedersachsen widmet sich seit 2023 der Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg sowie der Stadt Hameln.

Zu den wichtigsten Aufgaben der ÖNSOW gehören die Erfassung wertvoller Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume und die Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zur Erhaltung der heimischen Biodiversität. Damit unterstützt die Station die unteren Naturschutzbehörden bei der Umsetzung der Managementpläne des europaweiten Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000.

Fachliche Schwerpunkte der ÖNSOW liegen unter anderem auf der Erfassung und Pflege artenreicher Wald- und Offenlandlebensräume, dem Amphibienschutz, dem Fledermausschutz sowie der Bekämpfung invasiver Neophyten.

Die Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten durch die ÖNSOW wird durch das Land Niedersachsen mit Mitteln des Niedersächsischen Weges gefördert. Neben der ÖNSOW gibt es 27 weitere Ökologische Stationen in Niedersachsen, darunter sechs NABU-Stationen, die sich regional für den Schutz der vielfältigen Lebensräume Niedersachsens einsetzen.

Foto: Eberhard Menz

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