Lüchtringen (TKu). Vier Tage lang herrschte Ausnahmezustand in Lüchtringen. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde das Schützenfest gemeinsam mit dem Bezirksschützenfest gefeiert. Ohne Fächer, Sonnenschutz und ausreichend Wasser ging an allen Tagen kaum etwas. Nach dem modernen Auftakt mit den „Schützenbeats“ am Freitag, bei denen „Gestört aber GeiL“ und „2Elements“ auftraten, rückte am Samstag das Bezirksschützenfest in den Mittelpunkt – und damit ein Mann, für den sich ein langjähriger Traum erfüllte: Bezirkskönig Thomas Beverungen durfte das höchste Fest des Bezirks im eigenen Heimatort feiern.
Festprogramm an die Hitze angepasst
Bereits am Vormittag begann das Programm mit dem Ständchenspiel bei den ehemaligen Majestäten, ehe sich Schützen, Musikvereine und Ehrengäste auf der Festwiese versammelten. Schnell zeigte sich jedoch, dass die größte Herausforderung des Tages nicht der Ablauf, sondern die extreme Hitze sein würde. Kurzerhand passte die Schützenbruderschaft das Programm an: Der Festakt wurde in den Schatten verlegt, Reden bewusst kurz gehalten, kostenloses Wasser verteilt und der Festumzug deutlich verkürzt.
Dennoch tat die große Wärme der Begeisterung keinen Abbruch. Insgesamt 25 Königspaare mit ihren Hofstaaten zogen durch Lüchtringen und machten das Dorf zum Treffpunkt des Schützenwesens im Kreis. Entlang der Straßen verfolgten zahlreiche Besucher den schweißtreibenden Festzug und bereiteten den Majestäten einen herzlichen Empfang.
Ehrung für jahrzehntelanges Engagement
Im Mittelpunkt des Bezirksschützenfestes stand Bezirkskönig Thomas Beverungen mit seiner Frau Dagmar. Für den 65-Jährigen war das Wochenende der Höhepunkt eines jahrzehntelangen Engagements. Seit 45 Jahren gehört er der Schützenbruderschaft St. Johannes Lüchtringen an und übernahm von Beginn an Verantwortung im Verein. Bereits 1986 war er Jungkönig – damals ebenfalls mit seiner Frau Dagmar an seiner Seite.
Auf eine Sache wurde trotz der Hitze beim Festakt jedoch nicht verzichtet: Bezirksschützenkönig Thomas Beverungen erhielt das „Schulterband zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz“, eine Ehrung für Schützen, die sich über Jahrzehnte in besonderer Weise um das Schützenwesen verdient gemacht haben. Kurz darauf startete der aufgrund der Wetterlage verkürzte Festumzug auf der sogenannten Schlechtwetter-Route. Mit dabei waren neben dem Bezirksschützenkönigspaar Thomas und Dagmar Beverungen auch Diözesankönig Stefan Fischer mit Silke Dohmann aus Merlsheim sowie Bezirksjungschützenkönig Dirk Flottmeier mit Sarah Michel-Flottmeier aus Sandebeck.
Traditioneller Sonntag und Blick auf das Königsschießen
Am Sonntag kehrte das Festprogramm zum traditionellen Lüchtringer Schützenfest zurück. Nach dem Festhochamt und der Johanni-Prozession zogen die Schützen am Nachmittag gemeinsam mit ihren Majestäten durch den Ort. Im Mittelpunkt standen erneut Thomas und Dagmar Beverungen als Altkönigspaar sowie das Jungkönigspaar Frederik Risse und Oksana Nachtigall. Trotz der anhaltenden Hitze säumten viele Zuschauer die Straßen und sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse.
„Es war so heiß, dass die Hufe der Pferde im Asphalt Abdrücke hinterlassen haben“, sagte der Alte Oberst, Franz-Josef Risse. Zugleich betonte er: „Die Pferde waren im Festumzug gut versorgt, es ging ihnen gut.“ Diese Informationen habe er von den Besitzerinnen der Tiere erhalten.
Nach dem Einmarsch ins Festzelt wurden traditionell das Weserlied und das Deutschlandlied gesungen. Anschließend gestalteten zunächst die Musikkapellen das Bühnen- und Ständchenspiel, bevor die Band „Dolce Vita“ den musikalischen Part übernahm.
Nach einem außergewöhnlich heißen, aber ebenso erfolgreichen Festwochenende richtete sich der Blick auf den Montag. Dann entscheidet das Königsschießen darüber, wer die Nachfolge der amtierenden Majestäten antritt und das Schützenjahr 2026/27 in Lüchtringen prägen wird.
Fotos: Thomas Kube