Bevern (awin). Bevern stand am Wochenende ganz im Zeichen seiner Geschichte: Mit einem großen Festprogramm feierte der Ort sein 1200-jähriges Bestehen. Von Donnerstag bis Sonntag erstreckten sich die Feierlichkeiten, der Samstag wurde dabei zum emotionalen Höhepunkt des Jubiläumswochenendes. Rund um das Schloss füllte sich der Platz mit Familien, Vereinen, Musikzügen und vielen Gästen, die Mittelalterdorf, Musik, Festgottesdienst, Proklamation und Festumzug miterlebten.
Schon ab 11 Uhr herrschte auf dem Schlossplatz reges Treiben. Zwischen Mittelalterdorf, Karussell und weiteren Angeboten war für Familien, Kinder und Gäste viel geboten. Die Freyschar zu Bokenrode zeigte am Mittag und Nachmittag Schaukämpfe, das Duo „Die Zwey von der Schankstelle“ sorgte mit seinen Auftritten für passende Unterhaltung im historischen Ambiente. Bevern präsentierte sich an diesem Tag als Festort, in dem Geschichte, Brauchtum und Gemeinschaft spürbar zusammenkamen.
Der große Moment auf dem Schlossvorplatz
Nach dem Festgottesdienst in der Kirche rückte am Nachmittag der Schlossvorplatz endgültig in den Mittelpunkt. Um 16.15 Uhr begann dort die Proklamation, bevor sich im Anschluss der große Festumzug durch den Ort in Bewegung setzte. Begleitet wurde dieser von den Spielmannszügen Lüchtringen, Lütmarsen und Volpriehausen sowie dem Tambourcorps Boffzen/Fürstenberg.
Bürgermeister Burkhard Dörrier wandte sich am Rednerpult an die vielen Gäste und erinnerte daran, dass ein solches Jubiläum mehr sei als ein Festtermin im Kalender. Das 1200-jährige Bestehen Beverns sei „nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Moment des Rückblicks auf die Geschichte des Ortes“. Der Bürgermeister schlug den Bogen von der ersten Erwähnung Beverns 822 beziehungsweise 826 in den Urkunden des Klosters Corvey über das Schloss, die Kirche und die Telegraphenstation auf dem Burgberg bis hin zum heutigen Leben im Ort.
Im Mittelpunkt seiner Rede stand jedoch nicht allein die Geschichte, sondern vor allem das, was Bevern bis heute ausmacht: die Menschen. Dörrier dankte den Vereinen, Organisationen, der Kirche, den Helfern, Sponsoren und allen, die sich mit Zeit, Ideen und Einsatz in die Dorfgemeinschaft einbringen. Das Ehrenamt sei „das Fundament der Lebensqualität dieses Ortes“, betonte er.
„Wie mein Herz für Bevern tickt“
Besonders emotional wurde es, als Dörrier über Heimatgefühl, Zusammenhalt und die Verantwortung sprach, das Geschaffene zu bewahren. Ohne die Menschen vor Ort sei ein traditionsreiches Dorfleben nicht möglich. Sie seien es, „die Bevern zu dem Ort machen, was er ist – ein vorzeigbarer Ort mit wunderbaren Menschen“, sagte der Bürgermeister.
Zugleich verwies Dörrier darauf, dass Bevern auch heute viel vorweisen könne. Als Beispiele nannte er unter anderem Kindergarten, Oberschule, Nahversorgung, medizinische Angebote, Einzelhandel und das geplante neue Schwimmbad. Er appellierte an die Beveranerinnen und Beveraner, das Erreichte wertzuschätzen und das Bestehende für die kommenden Generationen zu bewahren.
Seine Verbundenheit mit Bevern fasste Dörrier in persönliche Worte: „Wie mein Herz für Bevern tickt – so tickt euer Herz im gleichen Takt.“ Herzblut und Heimatliebe könne man nicht kaufen, sagte er weiter, sie würden „in die Wiege gelegt – in die Beveraner Wiege“.
Zum Abschluss seiner Rede bekam Dörrier noch Besuch am Rednerpult: Holzmindens Bürgermeister Christian Belke schaute vorbei, um seinem Freund und ganz Bevern persönlich zum 1200-jährigen Jubiläum zu gratulieren. Damit erhielt der Moment auf dem Schlossvorplatz noch einmal eine besondere persönliche Note, bevor die Proklamation der neuen Würdenträger begann.
Tobias Neitzel wird Dorfkönig, Finn Ley Jugendkönig
Mit Spannung erwartet wurde anschließend die Proklamation der neuen Würdenträger. Beim Dorfkönigsschießen setzte sich Tobias Neitzel mit einem Teiler von 286 durch. Auf Platz zwei folgte Holger Rössing mit 287, Platz drei ging an Gerd Stock mit 303. Luca Fenken erreichte mit 320 den vierten Platz, Joachim Räthe belegte mit 386 Rang fünf. Insgesamt nahmen 96 Teilnehmer teil, geschossen wurden 15 Zehnen.
Auch der neue Jugendkönig wurde proklamiert. Finn Ley sicherte sich mit einem Teiler von 182 den ersten Platz. Dahinter folgten Tim Kassebeer mit 222, Emely Glaubitz mit 231, Felix Beier mit 261 und Julia Sauer mit 372. In der Jugendwertung waren 13 Teilnehmer dabei, fünf Zehnen wurden erzielt.
Nach der Proklamation setzte sich der Festumzug in Bewegung und machte das Jubiläum auch auf den Straßen sichtbar. Musikzüge, Vereine, Mitwirkende und Zuschauer prägten das Bild eines Ortes, der an diesem Tag nicht nur seine 1200-jährige Geschichte feierte, sondern auch seine Gegenwart. Am Abend ging das Fest im Schlossinnenhof weiter: Ab 19.30 Uhr wurde dort mit DJ Marcus & Markus bis tief in die Nacht gefeiert.
Fotos: awin