Höxter (TKu). Eine ungewöhnliche Fahrzeugkolonne hat sich am Samstagvormittag bei strahlendem Sonnenschein von Höxter aus durch das Weserbergland in Bewegung gesetzt: 14 handgefertigte Sportwagen der britischen Marke Morgan Motor Company starteten mit ihren Fahrerinnen und Fahrern aus verschiedenen Teilen Norddeutschlands vom Parkplatz eines Burger-Restaurants zur zweitägigen Tour durch die Region.
Organisiert wurde die Ausfahrt von Tom Kienast, der in der „Sektion Mitte-Nord“ des Morgan-Clubs Deutschland aktiv ist. Die Teilnehmenden stammen überwiegend aus Niedersachsen, unter anderem aus Hannover, Schaumburg, Verden, Syke, Hann. Münden und dem Heidekreis. Die erste Etappe führte die Gruppe nach Hannoversch Münden, wo ein weiterer Morgan-Fahrer zur Kolonne stieß. Neben der gemeinsamen Ausfahrt standen auch ein Abendprogramm sowie eine Übernachtung im Umland auf dem Plan, bevor am Sonntag ein privates Oldtimer-Museum besucht und die Tour mit einer Abschlussfahrt beendet wurde.
Handarbeit und Tradition bei Morgan
Das Modell Morgan gilt als einer der letzten Hersteller, der seine Sportwagen bis heute in Handarbeit fertigt. „Das ist pures Autofahren ohne irgendwelchen Schnickschnack“, beschreibt Organisator Tom Kienast den Reiz der Marke.
Sein eigenes Fahrzeug, Baujahr 2004, verfügt über einen Sechszylinder-Motor mit drei Litern Hubraum und 225 PS. Mit einem Gewicht von unter 1000 Kilogramm beschleunigt der Wagen in weniger als fünf Sekunden auf 100 km/h. Besonders hebt Kienast die Bauweise hervor: „Bis heute werden Eschenholzrahmen verwendet, die mit Aluminium beplankt sind.“ Diese Konstruktion gehe auf den historischen Kutschenbau zurück und sei ein Alleinstellungsmerkmal der Marke.
Während ältere Modelle häufig mit Motoren verschiedener Hersteller ausgestattet sind, kommen in neueren Fahrzeugen vermehrt Komponenten von BMW zum Einsatz. Preislich bewegen sich aktuelle Modelle im oberen Segment und erreichen je nach Ausstattung sechsstellige Beträge.
Fahrzeuge aus verschiedenen Jahrzehnten
Bei der Ausfahrt waren Fahrzeuge unterschiedlicher Baujahre vertreten. Der älteste Morgan stammt aus dem Jahr 1974. Modelle wie der Morgan Plus 8 oder der Morgan 4/4 verdeutlichten laut Kienast die Entwicklung der Marke über Jahrzehnte hinweg, ohne dass sich das charakteristische Design grundlegend verändert habe.
Marco und Silke Lührs aus dem Heidekreis nahmen mit einem Morgan Plus 8 aus dem Jahr 1984 teil. Der Wagen leistet 156 PS. Das Paar fährt bewusst gerne offen mit passender Fliegerhaube. „Mit Verdeck zu fahren, macht nicht viel Spaß“, sagte Marco Lührs. Entscheidend sei das direkte Fahrerlebnis und das entspannte Fahren.
Ein deutlich jüngeres Fahrzeug brachte Marco Pietruszak mit. Sein Morgan Roadster „Brooklands Edition“ aus dem Baujahr 2014 ist Teil einer weltweit auf 50 Exemplare limitierten Serie. „Jedes Fahrzeug ist nummeriert und entsprechend gefragt bei Sammlern“, erklärte Pietruszak. Sein Modell zeichnet sich durch eine individuell konfigurierte, matte Lackierung aus und gilt als Einzelstück.
Für ihn verbindet das Fahrzeug klassische Optik mit moderner Zuverlässigkeit: „Ich wollte immer einen Oldtimer, aber ohne die typischen Nachteile älterer Autos, weil ich weder die Zeit noch die Kenntnisse eines Schraubers besitze“, so Pietruszak.
Start bei Sonnenschein
Mit Motorensound und glänzendem Chrom setzte sich die Kolonne am Samstag von Höxter aus in Bewegung und machte sich auf den Weg durch das Weserbergland.
Fotos: Thomas Kube