Bevern (red). Verschmutzte Anlagen, Vandalismus, fehlende Spiegel und Schülergruppen, die sich auf Toiletten aufhalten – viele Schulen kämpfen zunehmend mit Problemen rund um ihre sanitären Einrichtungen. Besonders jüngere Schülerinnen und Schüler meiden die Toiletten inzwischen ganz.
Häufig reagieren Schulen zunächst mit strengeren Regeln, mehr Kontrollen und eingeschränktem Zugang. Diese Maßnahmen schaffen zwar kurzfristig Abhilfe, lösen jedoch selten die Ursachen. Ist erst einmal eine Abwärtsspirale aus Verschmutzung und Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt, lässt sie sich nur schwer durchbrechen. Denn wo ein Ort als ungepflegt und beschädigt wahrgenommen wird, sinkt auch die Hemmschwelle für weiteres Fehlverhalten.
Schülervertretung setzt auf Eigeninitiative
Einen anderen Ansatz wählte nun die Schülervertretung (SV) der Oberschule Bevern. Statt ausschließlich auf Einschränkungen zu setzen, entschieden sich die Schülerinnen und Schüler, die Toiletten aktiv zu verschönern. Die Idee: Wer sich in einer ansprechenden Umgebung wohlfühlt, geht auch achtsamer mit ihr um.
Bereits Wochen vor der Umsetzung plante die SV das Projekt im Detail. Es wurden Gestaltungsideen gesammelt, ein Motto festgelegt und passende Farbkombinationen ausgewählt. Auch die benachbarte Grundschule, die die Toiletten derzeit mitnutzt, wurde einbezogen. Gemeinsam sammelten die Schülerinnen und Schüler beider Schulen Spenden – jeweils 50 Cent pro Person –, um die benötigten Materialien zu finanzieren.
Projekttag bringt sichtbare Veränderungen
Am 8. April, dem ersten Schultag nach den Osterferien, wurde das Vorhaben schließlich umgesetzt. Im Rahmen eines Projekttages gestalteten die Klassensprecherinnen und Klassensprecher aller Klassen die Toiletten unter dem Motto „Dschungel“.
Heute hängen Efeu und bunte Pompons von den Decken, die Fliesen sind mit Fensterbildern von Palmen, Blättern sowie Tieren wie Affen und Giraffen dekoriert. Auch die zuvor fehlenden Spiegel wurden wieder angebracht. Die Resonanz aus der Schülerschaft ist durchweg positiv.
Die Schülervertretung hofft nun, dass die neu gestalteten Räumlichkeiten Wertschätzung erfahren und so ein bewussterer Umgang entsteht. Zudem wird darüber diskutiert, wie Schülerinnen und Schüler künftig stärker Verantwortung für den Erhalt der Anlagen übernehmen können.
Auch wenn solche Aktionen allein die bestehenden Probleme nicht vollständig lösen werden, ist es doch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, Mitsprache und Mitverantwortung nicht nur zu lehren, sondern zu erleben.

Fotos: Schülerschaft