Bremen/Bodenwerder (red). Mit einer festlichen Abschlussgala im Bremer Rathaus ist das Jubiläumsjahr „50 Jahre Deutsche Märchenstraße“ am Freitag, 20. März 2026, zu Ende gegangen. In der Oberen Halle kamen mehr als 130 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsstädte sowie Gäste aus Kultur, Tourismus und Politik zusammen, um die Erfolgsgeschichte der Ferienroute zu würdigen. Bremen bildet seit der Gründung vor fünf Jahrzehnten den nördlichen Endpunkt der Strecke.
Bremens Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte betonte die Bedeutung der Märchen bis in die Gegenwart: „Es ist mir eine Ehre, hier in Bremen den Schlussakt für die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der Deutschen Märchenstraße geben zu dürfen. Die Märchen der Brüder Grimm haben viele Kinder bereichert. Nicht nur in Bremen, wo sie mit den Bremer Stadtmusikanten bis heute im Herzen der Stadt präsent und das bekannteste Wahrzeichen unserer Stadt sind. Zumal das Märchen der Brüder Grimm so aktuell wie nie ist: Es geht um Flucht, Vertreibung und Zusammenhalt. Die vier Tiere verbindet nicht Herkunft, Status oder Generation, sondern eine gemeinsame Vision eines besseren Lebens – und die Entschlossenheit, es selbst in die Hand zu nehmen. Ich freue mich, dass wir diesen Tieren demnächst ein eigenes Zuhause geben. Mit dem Bremer Stadtmusikantenhaus in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes.“
50 Jahre Erfolgsgeschichte der Ferienroute
Die Deutsche Märchenstraße wurde 1975 von rund 40 Kommunen gegründet. Die mehr als 1.000 Kilometer lange Route führt vom hessischen Hanau […] bis nach Bremen. Entlang der Strecke prägen Figuren aus Märchen und Sagen – darunter Rotkäppchen, Schneewittchen, Frau Holle oder Baron Münchhausen – das touristische Angebot. Auch der Rattenfänger von Hameln ist Teil der Märchenstraße. Im Landkreis Holzminden liegt zudem mit Bodenwerder die Heimat des Lügenbarons Münchhausen.
Benjamin Schäfer, Geschäftsführer des Deutsche Märchenstraße e. V., erklärte: „Seit fünfzig Jahren lädt die Deutsche Märchenstraße Interessierte aus aller Welt ein, Deutschland auf den Spuren der Brüder Grimm zu entdecken. Und seit fünfzig Jahren ist Hanau, Geburtsort der Brüder Grimm, Ausgangspunkt der international bekannten Ferienroute und Bremen mit den Bremer Stadtmusikanten der Zielpunkt dieser Route. Daher freuen wir uns ganz besonders, dass wir den Abschluss unseres fulminanten Jubiläumsjahres hier, in der historischen Rathaushalle in Bremen, am Weltgeschichtentag feiern dürfen.“
Auch Andreas Siebert, Vorsitzender des Vereins, blickte auf die Entwicklung zurück: „Im Laufe der fünf Jahrzehnte hat sich die Deutsche Märchenstraße zu einer weltbekannten Marke entwickelt, die national und international viel Aufmerksamkeit erfährt und zahlreiche Auszeichnungen bekommen hat. Natürlich ist die Erfolgsgeschichte, die im Jubiläumsjahr einen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat, nicht linear verlaufen. Es gab immer mal wieder – häufig finanziell bedingt – kleinere und größere Rückschläge, es gab Veränderungen in der Mitgliederstruktur und im Routenverlauf. Doch eines ist immer gleichgeblieben: Die Einladung an Interessierte aus aller Welt, Deutschland auf den Spuren der Brüder Grimm zu bereisen.“
Kulturprogramm und fachliche Einordnung
Einen wissenschaftlichen Impuls setzte Professor Dr. Bernhard Lauer von der Brüder-Grimm-Gesellschaft in Kassel, der die Bedeutung der Märchen einordnete. Ergänzt wurde die Gala durch ein vielfältiges Kulturprogramm – von Literatur über Figurentheater bis hin zum freien Erzählen. Möglichkeiten zum Austausch und Netzwerken rundeten die Veranstaltung ab.
Foto: Senatspressestelle der Hansestadt Bremen