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Montag, 16. März 2026 Mediadaten Fankurve
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Landkreis Holzminden (red). Noch wenige Wochen bis zum Osterfest – und vielerorts laufen bereits die Vorbereitungen für die traditionellen Osterfeuer. Lodernde Flammen, geselliges Beisammensein und ein Stück gelebtes Brauchtum gehören für viele Menschen fest zu den Feiertagen. Doch Naturschutzverbände stellen zunehmend die Frage, ob diese Tradition heute noch zeitgemäß ist.

Der Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen weist darauf hin, dass die beliebten Brauchtumsfeuer für zahlreiche Wildtiere zur tödlichen Falle werden können. Holzhaufen, die häufig bereits Wochen im Voraus aufgeschichtet werden, bieten Kleinsäugern, Vögeln, Amphibien und Reptilien einen vermeintlich sicheren Unterschlupf. Gerade in der Brut- und Setzzeit nutzen viele Tiere die Reisighaufen als Nist- oder Rückzugsort.

„Jungvögel und brütende Tiere haben keine Chance zu fliehen“, warnt Philip Helmsen von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland. Wenn das Feuer schließlich entzündet werde, verendeten zahlreiche Tiere in den Flammen.

Kritik an Umweltbelastung

Neben den direkten Folgen für die Tierwelt sieht der NABU auch ökologische Probleme. Große Osterfeuer könnten erhebliche Mengen Feinstaub freisetzen. Zudem entwickle sich in manchen Orten ein regelrechter Wettbewerb um besonders große Feuer. Dabei würden häufig große Mengen an Grünschnitt verbrannt, der aus Sicht des Naturschutzes eigentlich wertvollen Lebensraum bieten könnte.

Der NABU empfiehlt deshalb, Holz und Reisig möglichst in der Natur zu belassen. Dort könne das Material als Rückzugsraum für zahlreiche Arten dienen und zur Förderung der Biodiversität beitragen.

Sollten Osterfeuer dennoch stattfinden, rät der Verband zu Vorsichtsmaßnahmen. So sollte das Material möglichst erst unmittelbar vor dem Abbrennen aufgeschichtet werden. Dadurch hätten Tiere zumindest eine Chance, rechtzeitig zu fliehen.

Tradition gegen Naturschutz

Die Kritik wirft eine grundsätzliche Frage auf: Braucht es für ein gelungenes Osterfest tatsächlich große Feuer? Für viele Vereine, Dorfgemeinschaften und Feuerwehren sind Osterfeuer ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens. Sie bringen Menschen zusammen und gelten vielerorts als fester Bestandteil regionaler Traditionen.

Der NABU schlägt jedoch Alternativen vor, die den Gemeinschaftsgedanken erhalten sollen, ohne die Natur stark zu belasten. Dazu zählen kleinere Feuerschalen oder gemeinsame Feste mit Grill und Getränken.

„Ein Osterfest lebt von der Gemeinschaft, nicht vom Zerstören wertvoller Lebensräume“, betont Helmsen.

Ob Osterfeuer künftig weiterhin in ihrer bisherigen Form stattfinden oder sich verändern müssen, dürfte daher auch eine Frage sein, die in vielen Gemeinden noch diskutiert wird. Zwischen Brauchtum und Naturschutz zeichnet sich zunehmend ein Spannungsfeld ab, das nicht nur in diesem Frühjahr für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

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