Landkreis Holzminden (red). Die CDU-Kreistagsfraktion fordert einen bedarfsgerechten Ausbau des IT-Supports an den Schulen im Landkreis Holzminden. Nach Angaben der Fraktion habe der Kreistag im Jahr 2024 fünf Stellen für den IT-Support zur Verfügung gestellt. Obwohl der Medienentwicklungsplan für den Zeitraum von 2020 bis 2024 einen Bedarf von gut sieben Stellen errechnet habe, sei aufgrund des sukzessiven Aufbaus der Endgeräte zunächst von einem geringeren Bedarf ausgegangen worden.
CDU kritisiert fehlende Bedarfsabfrage
„Leider hat es bis heute keine Abfrage bei den Schulen gegeben, ob der IT-Support ausreicht“, erklärt die schulpolitische Sprecherin der „CDU-Kreistagsfraktion“, Sabine Echzell. Die Forderung der CDU, den Medienentwicklungsplan fortzuschreiben, habe die Mehrheitsgruppe in der vergangenen Kreistagssitzung abgelehnt.
Nach Angaben der CDU werde die Zahl der zu betreuenden Tablets nach den Sommerferien deutlich steigen. Lehrkräfte aller Schulformen sowie Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen würden vom Land mit digitalen Endgeräten ausgestattet. Nach Berechnungen der Kreisverwaltung erhielten die Schulen rund 900 zusätzliche Endgeräte. Dadurch würden nach Auffassung der CDU zwei weitere Stellen für den IT-Support benötigt.
Kritik an Ablehnung des Eilantrags
Ein Eilantrag der CDU-Kreistagsfraktion, mit dem geprüft werden sollte, ob ein IT-Administrator nach Abschluss seiner Ausbildung speziell für diese Aufgabe eingestellt werden könne, sei abgelehnt worden.
„Die Berechnungsformel des Medienentwicklungsplanes stellt eindeutig fest, dass für 400 Endgeräte eine Stelle benötigt wird“, so Sabine Echzell. Warum hier nicht schnell reagiert worden sei, sei aus ihrer Sicht völlig unverständlich. Zudem hätte eine freie IT-Verwaltungsstelle dafür umgewandelt werden können.
Entscheidung frühestens im Herbst
Nach Angaben der CDU bleibe nun lediglich der Weg über einen Sachantrag an den Schulausschuss mit einer frühestmöglichen Entscheidung des Kreistages im Herbst. Ob dann auf dem angespannten IT-Arbeitsmarkt noch entsprechende Fachkräfte zur Verfügung stünden, sei fraglich.
„Wir haben neben der kurzfristigen Einstellung eines IT-Administrators beantragt, dass der zusätzliche Bedarf von zwei Stellen anerkannt wird und eine Bedarfsabfrage bei allen Schulen vorgenommen wird“, erklärt der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Uwe Schünemann.
Der Landkreis erhalte vom Land jährlich 112.500 Euro für die zusätzliche Betreuung der Endgeräte. Damit könnten die Mehrkosten nach Auffassung der CDU zu einem Großteil finanziert werden. Bei einer Anhörung der CDU-Kreistagsfraktion zum Thema „Digitales Lernen“ hätten Lehrkräfte berichtet, dass sie häufig selbst den IT-Service übernehmen müssten. Dazu seien sie weder qualifiziert noch hätten sie ausreichend Zeit.
Auch Landratskandidat Uwe Lange bezieht Stellung: „Der Schulträger muss seiner Verantwortung gerecht werden und den IT-Service für alle Schulen im vollen Umfang gewährleisten.“