Lauenförde (red). Der Rat des Fleckens Lauenförde hat die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bau eines Batteriegroßspeichers beschlossen. „Mit dieser Entscheidung treiben wir die Energiewende in unserer Region weiter voran“, erklärt Gerd Henke, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat sowie im Samtgemeinderat Boffzen.
Das Gelände, auf dem die Anlage entstehen soll, liegt im südöstlichen Teil des Gemeindegebietes unterhalb einer großen Photovoltaik-Freiflächenanlage und rund drei Kilometer vom derzeit entstehenden Windpark entfernt. „Unser großer Standortvorteil ist, dass der geplante Großspeicher nur 900 Meter vom ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen entfernt liegt. Dort befindet sich ein großes Umspannwerk, das mit seinen 380-kV-Hochspannungsleitungen Teil des europäischen Verbundnetzes ist“, so Henke.
Bedeutung für die Energiewende
Henke zufolge werden Batteriegroßspeicher künftig ein zentraler Baustein der Energiewende sein. Die Anlagen speichern Strom aus erneuerbaren Quellen bei hoher Erzeugung und geben ihn in sogenannten Dunkelflauten – also bei fehlendem Wind und Sonnenschein – wieder ab. Dadurch könnten Schwankungen ausgeglichen und die Stromnetze stabilisiert werden.
Projekt mit hoher Leistung geplant
Der von der Firma Statera Energy Germany geplante und erweiterbare Batteriespeicher in Lauenförde soll eine Leistung von 250 Megawatt erreichen. Zum Vergleich: Das Atomkraftwerk Würgassen hatte eine Nettoleistung von 640 Megawatt. „Mit dem Batteriegroßspeicher tragen wir dazu bei, dass die Transformation des AKW-Standorts Würgassen hin zu einer umweltfreundlichen Energiebereitstellung gelingen kann“, erklärt Henke.
Politische Einordnung und Kritik
„Mit dem Batteriegroßspeicher lassen wir nicht nur die Atomkraft weit hinter uns, sondern setzen auch den Weg aus dem fossilen Zeitalter konsequent fort“, so Henke weiter. Zugleich kritisiert er die Energiepolitik auf Bundesebene. Er erklärt, es werde der Eindruck vermittelt, dass Gaskraftwerke gegenüber Batteriespeichern bevorzugt würden. „Das Signal, das wir aus Lauenförde senden, ist eindeutig: In Zeiten des sich verstärkenden Klimawandels muss das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas in Kraftwerken ein Ende finden und erneuerbaren Energien der absolute Vorrang eingeräumt werden.“
Weitere Planungsschritte erforderlich
Für die Realisierung des Projekts ist neben der Aufstellung des Bebauungsplanes auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde Boffzen erforderlich. Diese ist ebenfalls in dieser Woche auf den Weg gebracht worden.
Foto: Grüne