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Dienstag, 17. Februar 2026 Mediadaten Fankurve
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Uwe Lange, designierter CDU-Landratskandidat, Lena Hoppe, Tischlergesellin und 2. Siegerin „Die Gute Form 2025“, Detlef Struck, stellvertretender Kreishandwerksmeister, Gastgeber Uwe Schünemann MdL, Christian Frölich, handwerkspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der Landesvertretung der Handwerkskammern in Niedersachsen, sowie Andreas Hölzchen, Leiter der BBS Holzminden.

Holzminden (red). Unter dem Motto „Keine Zukunft ohne Handwerk“ hat die jüngste Ausgabe des Landtagsstammtischs von Uwe Schünemann gestanden. Der Einladung folgten unter anderem Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der Landesvertretung der Handwerkskammern in Niedersachsen, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Handwerk und Politik.

Den Einstieg in die Diskussion übernahm die Tischlergesellin Lena Hoppe. Nach zwei Studiensemestern in Nürnberg sei sie ins Weserbergland gezogen und habe bei der Tischlerei Niemeyer ihre Ausbildung absolviert. „Ich wollte lieber etwas Handfestes machen, gestalterisch tätig sein, und diesen Entschluss habe ich auch nicht bereut“, sagte sie. Das Handwerk biete jungen Menschen große Chancen, benötige aber bessere Rahmenbedingungen. Ihre zentrale Frage lautete: „Warum soll ich mit 23 Jahren im Handwerk bleiben – welche Perspektiven bietet es mir?“

Dr. Hildegard Sander hob die Systemrelevanz des Handwerks hervor. Bereiche wie Wasser, Energie, Mobilität, Hygiene und Gesundheit seien ohne handwerkliche Leistungen nicht denkbar. „Das Handwerk hält das Land am Laufen“, betonte sie. Ohne Handwerk könne auch die Energiewende nicht gelingen. Sie forderte eine stärkere politische Fokussierung, etwa durch bessere Berufsorientierung.

Nachwuchs, Bürokratie und Digitalisierung im Fokus

Andreas Hölzchen, Leiter der BBS Holzminden, verwies auf die enge Kooperation mit den Oberschulen im Landkreis. Die Zusammenarbeit mit Berufsberatung, Schulberufslotsen, Kammern und regionalen Betrieben funktioniere gut. Sorge bereite jedoch der deutliche Rückgang der Auszubildendenzahlen, insbesondere im Bau- und Nahrungsmittelhandwerk. Die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Höxter sei notwendig, müsse aber stetig neu belebt werden.

Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Detlef Struck forderte, solche Kooperationen dürften nicht durch „überbordende Bürokratie“ behindert werden. Hohe Dokumentationspflichten und komplexe Ausschreibungsanforderungen der öffentlichen Hand belasteten die Betriebe erheblich.

Der handwerkspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Frölich, sprach sich für eine Praktikumsprämie aus, um Ferienpraktika im Handwerk attraktiver zu machen. Die Ablehnung eines entsprechenden CDU-Antrags im Landtag durch Rot-Grün sei für ihn nicht nachvollziehbar. Zudem müsse Berufsorientierung auch an Gymnasien verpflichtend werden. „Wir brauchen eine umfassende Bildungswende, die die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung in den Köpfen verankert“, so Frölich.

Einigkeit bestand laut Veranstalter darüber, dass das Handwerk vielfältige Perspektiven biete. Genannt wurden Arbeitsplatzsicherheit, persönliche Erfüllung, moderne Technik und Aufstiegschancen bis hin zum Meisterabschluss. An der BBS Holzminden würden seit 2016 gemeinsam mit dem Zukunftszentrum Höxter/Holzminden digitale Lernszenarien entwickelt, unter anderem mit Augmented-Reality-Brillen.

Auch Förderinstrumente wie das Meister-BAföG beziehungsweise Aufstiegs-BAföG wurden als wichtige Bausteine genannt. Gerade kleine Betriebe müssten bei der Digitalisierung unterstützt werden. Zwar bleibe eine gewisse körperliche Belastung Teil des Berufs, moderne Technik könne jedoch vieles kompensieren.

Christian Frölich verwies zudem auf die Gründerförderung des Landes und kündigte eine Landtagsinitiative der CDU zum Abbau bürokratischer Hemmnisse bei Betriebsübergaben an. Dr. Hildegard Sander warb für die Beratungsangebote der Handwerkskammern, die eine Lotsenfunktion beim Schritt in die Selbstständigkeit übernähmen.

In der Diskussion sei das Thema Bürokratie wiederholt angesprochen worden. Der designierte CDU-Landratskandidat Uwe Lange erklärte, dies sei auch bei seinen Handwerksbesuchen vor Ort das bestimmende Thema gewesen. Uwe Schünemann verwies auf einen CDU-Antrag zur Aufhebung der Bindung kommunaler Ausschreibungen an das Tariftreue- und Vergaberecht. Ziel sei nicht eine Bezahlung unterhalb des Tarifs, sondern der Abbau bürokratischer Hürden.

Mit einem Präsent der Ölmühle Solling bedankte sich der Gastgeber bei den Podiumsteilnehmenden und schloss die Veranstaltung mit dem Appell, am Imagewechsel des Handwerks zu arbeiten und politische Erkenntnisse in konkretes Handeln umzusetzen. Ohne Handwerk, so der Tenor des Abends, gebe es keine Zukunft.

Foto: Echzell

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