Holzminden (red). Sensoria ist nach Meinung der Grünen Holzminden schon heute gescheitert, egal wie der Stadtrat Holzminden über den Fortgang des Projektes entscheidet. Die geplanten Baukosten sind von anfänglich 3,9 mio. Euro auf nunmehr 7,4 mio. Euro gestiegen. Es gibt andauernde Verzögerungen im Bauzeitenplan und bis heute liegt keine Baugenehmigung vor. Alle Hinweise auf unrealistische Annahmen, Risiken und Unwägbarkeiten sind bisher beiseitegeschoben worden. Am Ende ist Sensoria kein Leuchtturm, sondern ein Paradebeispiel für fehlende Projektsteuerung, so die Grünen.

Schon im Dezember 2020 sei klar gewesen, dass die Projektkosten explodieren, der Terminplan Makulatur ist und die Fördermittel in Frage stehen. An dieser Stelle ist von Seiten der Verwaltung ein neuer Bauzeitenplan erstellt worden, obwohl der alte schon als ambitioniert galt. Im neuen Plan mussten Leistungsphasen beginnen, ohne dass die Arbeitsergebnisse der vorherigen Leistungsphasen vorlagen. Fraktionsvorsitzender Alexander Titze klagt an: „Die Verwaltung der Stadt Holzminden hat wider besseren Wissens einen fachlich unrealistischen Bauzeitenplan veröffentlicht. Angaben wesentlicher Fachplaner lagen der Verwaltung nicht vor. Außerdem wurden wesentliche Vorgaben, die für öffentliche Vergaben gelten, einfach ignoriert. Alles wurde dem Stichtag für die Erlangung von Fördermitteln als Betriebsbeginn untergeordnet. Bestenfalls braucht Sensoria mindestens ein Jahr länger, das haben die neuen Projektsteuerer nun aufgezeigt.“

Die Grünen führen weiter aus, dass die Projektbefürworter die unrealistische Zeitplanung gerne für ihre Argumentation aufgegriffen haben. Denn eine Fertigstelllung nach Abschluss der Förderperiode Ende 2022, führt üblicherweise zur Rückzahlung aller Fördermittel. Da der Stadtrat Holzminden mehrheitlich beschlossen hat, Sensoria ausschließlich mit Fördermitteln zu bauen, bedeute eine prognostizierte Fertigstellung in 2023 das Ende des Projektes. Peter Ruhwedel meint: „Hätten wir Sensoria im Frühjahr rechtzeitig gestoppt, wären viele unnötige Ausgaben gespart worden, mehrere 100.000 Euro. Das viele Geld hätten wir Grünen lieber in Pflichtaufgaben wie unsere Grundschulen, Kitas oder die Feuerwehr gesteckt. Es ist an der Zeit, das der Stadtrat dem Schrecken ein Ende setzt!“

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