Hannover (red). Die Zahl der Insolvenzen in Niedersachsen ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg bei den Privat- und Verbraucherinsolvenzen. Nach Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen meldeten im vergangenen Jahr 11.165 Privatpersonen eine Insolvenz an. Das entsprach einem Zuwachs von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Schuldenlast je insolventer Privatperson lag bei rund 41.300 Euro.
Zusätzlich entfielen weitere Insolvenzverfahren auf andere Personengruppen. Insgesamt 2.461 Anträge wurden von ehemals selbständig Tätigen gestellt, was einem Plus von 7,9 Prozent entsprach. Hinzu kamen 250 Nachlass- oder Gesamtgutinsolvenzverfahren sowie 49 Verfahren von Personen, die als Gesellschafterin oder Gesellschafter tätig waren. Insgesamt belief sich die Zahl aller Insolvenzverfahren in Niedersachsen im Jahr 2025 damit auf 15.835 Anträge, ein Anstieg um 6,1 Prozent.
Unternehmensinsolvenzen steigen weiter an
Neben den Privatinsolvenzen nahm auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erneut zu. Im Jahr 2025 beantragten 1.910 Unternehmen bei den niedersächsischen Amtsgerichten die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das waren 86 Unternehmen mehr als im Jahr 2024 und entsprach einem Plus von 4,7 Prozent. Im Vorjahr hatte der Anstieg noch deutlich höher gelegen.
Am stärksten betroffen war der Wirtschaftsbereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“. Hier wurden 342 Insolvenzanträge gezählt, ein Zuwachs von 3,3 Prozent. Im Jahr 2024 hatte noch das Baugewerbe die meisten Insolvenzen verzeichnet. Nach einem Rückgang um 11,0 Prozent lag dieser Bereich 2025 an zweiter Stelle.
Weniger Arbeitsplätze betroffen als im Vorjahr
Trotz der gestiegenen Zahl an Unternehmensinsolvenzen waren im Jahr 2025 weniger Arbeitsplätze bedroht als noch ein Jahr zuvor. Rund 12.500 Beschäftigte waren von Unternehmensinsolvenzen betroffen, das waren 19,2 Prozent weniger als im Jahr 2024 mit rund 15.500 betroffenen Arbeitsplätzen.
Besonders viele gefährdete Arbeitsplätze entfielen erneut auf das Verarbeitende Gewerbe. Dort waren die Stellen von rund 3.200 Personen bedroht, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit etwa 2.200 Beschäftigten. In beiden Wirtschaftsbereichen waren im Durchschnitt mehr als 20 Arbeitsplätze je beantragter Insolvenz betroffen und damit überdurchschnittlich viele im Vergleich zu anderen Branchen.