Hameln (red). Liegt unter dem BHW-Parkplatz an der „Springer Landstraße“ ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg? Diese Frage bleibt vorerst unbeantwortet. Das Ergebnis der technischen Vorerkundung wird nun in der kommenden Woche erwartet.
Der Verdacht war aufgekommen, als vor Beginn von Bauarbeiten für eine Photovoltaikanlage historische Luftbilder ausgewertet wurden. Die Aufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit zeigen, dass das heutige Firmengelände an der Bahnstrecke Hannover–Paderborn bombardiert worden war. Auf den Bildern sind zahlreiche Bombentrichter zu erkennen, aber auch eine Stelle, bei der unklar ist, ob dort eine Fliegerbombe eingeschlagen und nicht detoniert ist.
Aufwendige Vorbereitungen verzögern Untersuchung
Um den Verdacht zu überprüfen, wird der Bereich seit Wochen für eine technische Vorerkundung vorbereitet. Seit dem 12. März bringt eine Fachfirma nahezu erschütterungsfrei Spundwände in den Boden ein, um die Stelle abzusichern. An drei Seiten ist dies bereits gelungen, an einer Seite stießen die Fachleute jedoch auf festes Gestein. Dort muss zunächst vorsichtig vorgebohrt werden, bevor die tonnenschwere Spundwandpresse eingesetzt werden kann.
Das ursprünglich für Freitag, 10. April, erwartete Ergebnis verzögert sich daher. Nach aktuellem Stand wird ein Resultat frühestens am Mittwoch, 15. April, erwartet.
Entscheidung über mögliche Evakuierung steht noch aus
Erst wenn alle Spundwände gesetzt und mit Stahlträgern gesichert sind, kann eine Baugrube ausgehoben und der Verdachtspunkt freigelegt werden. In einer Tiefe von etwa zehn bis elf Metern sollen Fachleute des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen (KBD) den Bereich anschließend Zentimeter für Zentimeter untersuchen.
Erst danach kann entschieden werden, ob tatsächlich ein Blindgänger im Boden liegt und ob dieser freigelegt und entschärft werden muss. Davon hängt auch ab, ob mehr als 3.500 Menschen in den Stadtteilen Afferde, Rohrsen, am Basberg und im Hottenbergsfeld am 26. April vorübergehend ihre Wohnungen verlassen müssen.
Unabhängig vom Ergebnis laufen die Vorbereitungen für eine mögliche Evakuierung bereits auf Hochtouren. Eine Maßnahme dieser Größenordnung erfordert eine umfangreiche Planung und die enge Zusammenarbeit von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und Stadtverwaltung.
Foto: Stadt Hameln