Hameln (red). Gute Nachrichten für angehende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten: Die Ausbildung in Hameln soll auch künftig gesichert bleiben. Das Land Niedersachsen arbeitet gemeinsam mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont an einer Lösung, um ein lückenloses Ausbildungsangebot vor Ort zu gewährleisten.
Grundlage dafür ist der Modellversuch zur Physiotherapieausbildung an der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) in Hameln. Dort wurden bereits Strukturen aufgebaut und Lehrkräfte für diesen Ausbildungszweig qualifiziert. Für das kommende Ausbildungsjahr 2026/2027 gibt es nun die verlässliche Zusage, dass alle angemeldeten Schülerinnen und Schüler einen Ausbildungsplatz in Hameln erhalten und nicht auf andere Standorte ausweichen müssen.
Perspektive für dauerhafte Lösung
Langfristig wird angestrebt, die Ausbildung dauerhaft im Landkreis zu etablieren. Dafür wird derzeit geprüft, ob ein privat getragenes Modell möglich ist, an dem geeignete Partner – etwa Krankenhäuser – beteiligt sein könnten. Auch die bereits für diesen Ausbildungszweig qualifizierten Lehrkräfte könnten in eine solche Struktur eingebunden werden. Nach Angaben der Beteiligten arbeiten Landkreis, Land und weitere Akteure mit Hochdruck an einer tragfähigen Lösung.
Sollte sich bis zum Ausbildungsbeginn im Sommer 2026 noch kein dauerhaftes Modell abzeichnen, kündigte das Land an, die Genehmigung für die Berufsbildende Schule in Hameln übergangsweise ein letztes Mal um ein weiteres Jahr zu verlängern.
Landrat Dirk Adomat zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung: „Es freut mich sehr, dass wir den Schülerinnen und Schülern und auch den Lehrkräften der Elisabeth-Selbert-Schule endlich eine Perspektive geben können und unsere Beharrlichkeit belohnt wird.“ Es sei aus seiner Sicht nicht akzeptabel gewesen, den erfolgreichen Schulversuch einfach aufzugeben. Daher sei er der zuständigen Ministerin dankbar, dass nun ein „faires Ergebnis“ erreicht worden sei.
Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg erklärte: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem Landkreis in konstruktiven Gesprächen eine tragfähige Perspektive für die Zukunft der Physiotherapie-Ausbildung vor Ort gefunden haben.“ Damit sei sichergestellt, dass Bewerberinnen und Bewerber sowie bereits angemeldete Auszubildende nach Auslaufen des Schulversuchs weiterhin ein qualitativ hochwertiges und kostenfreies Ausbildungsangebot erhalten könnten.
Die Ministerin betonte, die Vereinbarung schaffe Planungssicherheit und stärke zugleich die Fachkräftesicherung im Gesundheitsbereich. Ihr Dank gelte allen Beteiligten sowie der Elisabeth-Selbert-Schule für das Engagement.
Die getroffene Regelung gilt auch für zwei weitere niedersächsische Berufsschulen in Emden und Buxtehude, die ebenfalls an dem Schulversuch zur Physiotherapieausbildung beteiligt sind.
Foto: Landkreis Hameln-Pyrmont