Holzminden (TKu). Ein nächtlicher Chlorgasalarm hat in der Nacht zu Samstag einen größeren Feuerwehreinsatz im Freibad Holzminden am Stahler Ufer ausgelöst. Gegen 0:25 Uhr wurde die Feuerwehr mit dem Einsatzstichwort „ABC-2-Alarm“ alarmiert, nachdem die Chlorgasanlage des Freibades ausgelöst hatte. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden, verletzt wurde aber niemand, da sich um diese Uhrzeit niemand mehr im Bad aufgehalten hatte. Bereits kurz nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigten Messgeräte den Austritt von Chlorgas. Daraufhin gingen weitere speziell ausgerüstete Trupps der Feuerwehr unter Atemschutz zur Erkundung in den betroffenen Technikbereich vor. Dabei bestätigte sich, dass tatsächlich Chlorgas ausgetreten war. Aufgrund der Gefahrenlage entschied die Einsatzleitung, das Einsatzstichwort auf „ABC-3-Alarm“ zu erhöhen. Deshalb wurde der Gefahrgutzug der Ortsfeuerwehr Holzminden zur Einsatzstelle nachalarmiert.
Im weiteren Verlauf kamen unterschiedliche Schutzstufen zum Einsatz. Zunächst arbeitete ein Trupp unter der sogenannten Schutzform 2 im betroffenen Gebäude. Anschließend ging ein weiterer Trupp unter der sogenannten „Schutzform 3“, einem Chemikalienschutzanzug (CSA), in den Technikraum vor, um die Ursache des Gasaustritts zu beseitigen. Nach Angaben des Feuerwehr-Pressesprechers Marlon Rose befand sich die Ursache im Technikraum des Freibades. Dort war eine Leitung geöffnet, wodurch Chlorgas austreten konnte. Den Einsatzkräften gelang es schließlich, die Leitung unter den besonderen Schutzmaßnahmen der Chemikalienschutzanzüge sicher zu schließen und den Gasaustritt zu stoppen. Die Feuerwehr Holzminden war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Neben verschiedenen Lösch- und Spezialfahrzeugen kam auch ein Wechsellader zum Einsatz, der zusätzliche Ausrüstung für Gefahrguteinsätze an die Einsatzstelle brachte.
Insgesamt waren rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe im Einsatz, hieß es von der Presseabteilung der Feuerwehr Holzminden. Die Einsatzleitung lag bei Stadtbrandmeister Holger Kleinod, der die Maßnahmen bis ins Kleinste koordinierte. Während des gesamten Einsatzes wurde der Gefahrenbereich abgesichert und kontinuierlich überwacht. Nach dem Verschließen des Ventils führten die Einsatzkräfte weitere Messungen durch, um sicherzustellen, dass keine gefährlichen Chlorgaskonzentrationen mehr vorhanden waren.
Dank des schnellen und professionellen Eingreifens der Feuerwehr konnte die Gefahr zügig unter Kontrolle gebracht werden. Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden. Nach Abschluss der Mess- und Sicherungsmaßnahmen konnte der Einsatz gegen 3:30 Uhr beendet werden. Die Ermittlungen zur Ursache des geöffneten Ventils und des daraus resultierenden Chlorgasaustritts dauern an.







Fotos: TKu